Bewusstseinserweiterung zulassen

Wir sind es gewohnt, uneingeschränkten Zugriff auf alle Versorgungsgüter zu haben, unsere Freizeit mit dem auszufüllen, was wir uns vornehmen. Wir sind es gewohnt, die Grenzen zu überqueren und in Flugzeugen alle denkbaren Urlaubsziele zu erreichen. Wir sind es schlicht gewohnt, alle Freiheiten dieser Welt genießen zu können, die wir uns nur vorstellen können.

Ein bekannter Postkartenspruch besagt, dass wir uns meist das (zurück) wünschen, was wir erst einmal verloren haben. In den vergangenen Tagen und in den uns bevorstehenden Wochen, werden wir dieses Gefühl immer deutlicher spüren. Unser gesellschaftliches Leben ist bis auf weiteres eingeschränkt, soziale Kontakte sollen vermieden werden – wir erfahren aus den Nachrichten stündlich weitere Einschränkungen unserer eigentlichen Freiheit. Das schürt Angst und Panik, steckt an zur Hysterie und wir verlieren in dieser Angst unser Gefühl für respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Wir fühlen uns überfordert und eingeschränkt, schimpfen über die Politik, die Menschen und die Medien.

Die Frage ist also: Wie gehen wir weiterhin damit um? Werden wir noch aggressiver und lassen uns weiter von all der Unsicherheit anstecken? Oder stecken wir den Kopf in den Sand und beschwören einen Weltuntergang?

 

Oder lernen wir jetzt endlich, konstruktiv damit umzugehen?

Es ist das, was uns bereits in der Vergangenheit viel bewusster hätte sein sollen und jetzt werden wir unter Zwang damit konfrontiert: Zeit für uns selbst, Zeit mit der Familie, die Ruhe zu Hause genießen, Zeit für Achtsamkeit, Zeit für die Dinge, die uns sonst aufgrund der fehlenden Zeit nicht möglich sind, weil wir ständig abgelenkt sind mit den Dingen im Außen. In Zeiten von solch radikalen Veränderungen und Einschränkungen sind wir also dazu gezwungen, uns selbst und unseren Gegenüber wieder bewusster wahrzunehmen.

 

Wandeln wir den Zwang nun in eine bewusste Chance um, werden kleine Dinge zu großen Erfahrungen:

  • Bewahre dir die Ruhe und atme tief durch. Hast du die ersten Anzeichen des Frühlings schon wahrgenommen? Nutze die Zeit für ausgiebige Spaziergänge in der Natur und genieße die Sonne und den Wind oder auch das wilde Treiben unserer fleißigen Bienen.
  • Geh bewusst mit dir, deiner Gesundheit und deinem Körper um – wie fühlst du dich? Was braucht dein Körper jetzt? Nutze die Möglichkeiten in deiner unmittelbaren Umgebung.
  • Nimm Rücksicht und geh wertschätzend mit den Menschen um, die unsere Versorgung weiterhin sicherstellen. Hinterfrage, ob du deine Hilfe und Unterstützung denen anbieten kannst, die aktuell aufgrund des erhöhten Risikos mehr davon benötigen.

 

Es sind diese Dinge, die immer schon da waren und jetzt möglich gemacht werden. Dinge, die jetzt in unser Bewusstsein rücken und uns dazu bringen, uns zu entwickeln. Lassen wir es zu und sehen, wo es uns hinträgt.